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Rennsteiglauf 2016

Matthias Köpke, langjähriges Mitglied der Abt. Laufen der WSG  und seit einem Jahr Vorsitzender des Gesamtvereins WSG '81 Königs Wusterhausen berichtet über seinen x.(?) Rennsteiglauf, den diesjährigen Ultramarathon über 73 km:

 

Medaillen am Rennsteig bei der 44. Auflage

Nach 4 nicht so guten Jahren mit einigen Verletzungen lief 2016 wieder alles rund.

Die Trainingsvorbereitung ab Dezember mit langen Trainingsläufen und ab März mit Tempoläufen auf der Bahn und im Gelände waren sehr vielversprechend. Lediglich ein Trainingspartner mit gleichen Ambitionen fehlte mir in diesem Jahr. Dadurch waren vor allem die längeren Einheiten manchmal etwas eintönig und man lässt es schon mal etwas ruhiger angehen.

Die Wettkämpfe, besonders der Kyffhäuserberglauf nach einer kurzen Grippe und die beiden BC – Läufe liefen recht gut, so dass ich die letzten 2 Wochen mit geringerem Trainingsumfang etwas erschöpft genießen konnte. Mit meinem Sohn hatten wir uns ein sehr schönes Ferienobjekt oberhalb von Ruhla mit Blick auf den Inselsberg und den Rennsteig ausgesucht. Am Vortag war Stadtbesichtigung in Bad Salzungen angesagt und am Nachmittag haben wir die Startunterlagen geholt. Am Abend auf der Terrasse lesen und den Ausblick genießen.

Pünktlich 4:45 Uhr stand unsere Wirtin vor der Tür und brachte mich entspannt zum Marktplatz in Eisenach. Das Wetter versprach sich vom Besten zu zeigen und ich zog mein ärmelloses Vereinshemd und die kurzen Tights an. Dazu die Kompressionssocken von CEP, gekauft beim Tollenseseelauf.  

Ich stellte mich bewusst etwas weiter hinten in der Startaufstellung auf und schwatze mit einem Sportfreund aus Berlin, den ich vom Naturerlebnislauf kannte.

Dann der Start, der Lauf durch die Fußgängerzone, immer ein besonders Erlebnis und bergauf zum Burschenschaftsdenkmal. Da treffe ich Roland Winkler bei seinem 42. Lauf.

Die ersten Anstiege fallen etwas schwer. Jetzt erstmal in Schwung kommen. Mir fallen die vielen Frauen im Starterfeld auf. Langsam wird es wärmer und ich freue mich über meine leichte Kleidung. Meine neue Laufuhr zeigt jeden km an. Bei km 20 gehe ich bei 1:48 h durch etwa mit der gleichen Zeit wie vor 2 Jahren und 4 min langsamer als bei meinen 4 Läufen unter 6:30 h. Dann kommt der erste Scharfrichter der Inselsberg. Nach dem Hochpunkt geht es steil bergab. Jetzt kommt der schnellste Abschnitt von km 30 bis 40. An der Ebertswiese werde ich mit meiner Teilnahmezahl (31) angekündigt. Jetzt kommt der Sperrhügel. Hier überholt mich zum ersten Mal Nadja eine Läuferin aus Paderborn. Sie ist groß und hat blonde kurze Haare. Während ich stark atmen muss, läuft sie scheinbar ohne Luft zu holen bergan. So war das bei mir vor 30 Jahren auch als ich gefühlt die Gasamtstrecke durchgelaufen konnte. Auf der folgenden flachen Strecke laufe ich mit mehreren Läufern wieder an sie heran. Das soll sich noch mehrfach wiederholen. Ich bin auf Platz 136 und fühle mich gut. Jetzt geht es als Eingemachte. Wer jetzt noch gut laufen kann ist im Vorteil. Richtung Oberhof überhole ich einige Läufer und stärke mich mit leckerem Haferschleim.

Den 5ten 10ner gehe ich 57 min trotz Sperrhügel durch und in Oberhof komme ich etwa 14 min langsamer als bei den 4 schnelleren Läufen an.

Kurz nach der Verpflegungsstelle überholt mich Basilia Förster, die dann als 4. Frau das Ziel erreicht. Bei km 60 vermisse ich die Verpflegungsstelle und bekomme einen leichten Hungerast. Bis zur Schmücke halte ich aber durch und gieße mir 2 Becher Haferschleim ein. Jetzt kommen die letzten 8 km, die Euphorie und die Stimmung steigt. Ich bin inzwischen deutlich unter Platz 100 und stürme mit km unter 5 min in Richtung Ziel. Nadja hatte kurz vor der Schmücke leichte muskuläre Probleme und musste sich zurückfallen lassen. Auf den letzten 3 km feuern mich die Walker an. Ich stürme mit Andreas Panthen von der LG Buchsbaum meinem dem Ziel entgegen und schließlich kommt der unvergessliche Zieleinlauf. Im Ziel werde ich von meinem Sohn und Anette (Zwilling von Christine) in Empfang genommen. Klaus Steinhäuser kommt auch und gratuliert.

Nach einer schönen Dusche, Bratwurst und Bier schauen wir an die Ergebnistafel. Ich wusste das Seriensieger Hans – Dieter Jancker am Start war und bei gutem Trainingszustand nicht zu schlagen ist. Mit 6:31:57 h war er dann auch über 14 min schneller.

Der Zweite Platz in 6:46:07 (84. Platz) war nach meinem Sieg 2007 und dem 2. Platz 2008 mein bestes Ergebnis beim Supermarathon. In der Auswertung der km – Zeiten stellt sich auch heraus, dass es mein gleichmäßigster Lauf überhaupt war. Kein Zehner war schlechter als 57 min. Es hat sich wieder bestätigt, dass ein Lauf mit dieser Intensität nur durch ein gezieltes ca. 5 – 6 Monate langes Training erfolgreich bewältigen lässt.

Bei der Siegerehrung konnte ich dann ausgiebig mit Nadja Koch reden, die den 6 Platz bei den Frauen und den 1 Platz in der W 30 belegte.

Beachtlich auch wiederum der Sieg von Martina Butzek aus Dabendorf in der W 65 und der 2. Platz bei den Damen durch Marita Wahl (1. Platz W 45) vom VS Blankenfelde. Das unterstreicht den starken Auftritt der Damen beim diesjährigen Supermarathon.

Besonders gefreut hat mich der 3. Platz von Traudchen Börnecke in der W 70 im Marathon.

Das war bestimmt ein großes Erlebnis, mit dem sie nicht gerechnet hat.

Im nächsten Jahr steigt Hans Dieter in die M 65 auf. Dann werde ich versuchen noch einmal

ein gutes Rennen hinzulegen. Vielleicht findet sich ein Trainingspartner oder Partnerin die

mit mir die langen Strecken absolvieren.

P.S: Nach meiner Garmin – Aufzeichnung sind es exakt 1670 m Aufstieg und 1.177 m Abstieg.

Die Strecke war 73,2 km lang und meine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 10,8 km/h.

Weitere Ergebnisse beim Rennsteiglauf:

Karin Brauer       Marathon 5:07:23 h

Hagen Brumlich   Marathon 5:35:01 h

Dieter Börnecke Marathon 6:40:59

Herbert Schulz     Halbmarathon 2:55:14 h

Klaus Jadzcak       Halbmarathon 2:10:24 h

29.05.2016   Matthias